Herzlichen Dank an alle Sponsoren der Tour "Fast um NRW":
Ich, Michael Kaufmann, freue mich sehr, dass es mir mit dieser Aktion gelungen ist, so viele Sponsoren für die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen in Loiborsiret / Tansania zu gewinnen.
Mit dem gespendeten Geld soll Kindern und Jugendlichen aus dem direktem Umfeld der Schule die Ausbildung finanziert werden.
Bis zum 27. September sind fast alle mir zugesagten Spendenbeträge auf das Konto des Vereins "Dialog hilft Kindern in der Einen Welt e.V." eingegangen.
Jeder einzelne der 1520 von mir gefahrenen Kilometern ist mit insgesamt 3,22 € gesponsert worden. Das ergibt einen Spendenbetrag von 4902,60 €.
Mit so einem tollen Ergebnis habe ich nicht gerechnet!
Vielen Dank!
Michael Kaufmann
In unserem Projekt in Loiborsiret (Tansania) hat es seit 2025 große Veränderungen gegeben.
Der Verein hat sich entschlossen, mit dem Bau einer Jugendausbildungsstätte (Youth Vocational Training Center, kurz: YVTC) zu beginnen. Sie soll eine wichtige Ergänzung zur Osotwa Primary sein.
Seit den Anfängen der Grundschule haben inzwischen sieben Jahrgänge einen Schulabschluss erlangen können. Sie haben eine qualifizierte Ausbildung auf einem für die Region Simanjiro hohen Niveau erfahren. Im staatlichen Ranking der Grundschulen hat die Osotwa Primary immer einen der ersten Plätze belegt.
Nach dem Abschluss konnten aber nur wenige Schülerinnen und Schüler eine Sekundarschule besuchen. Zwei oder drei Mädchen pro Jahr haben die Möglichkeit erhalten, die Sekundarschule der Schwestern Unserer Lieben Frau in Arusha zu besuchen. Wegen des relativ hohen Schulgeldes sind sie auf Unterstützung durch Sponsoren angewiesen.
Ca. 20% der Absolventen setzen ihre Schulbildung in der staatlichen Secondary in Loiborsiret fort.
Seit längerem müssen wir feststellen, dass der Großteil der Kinder nach dem Schulbesuch in der Osotwa Boma Primary oder auch mit dem Abschluss der Secondary wieder in ihre alte Lebenssituation zurückkehren müssen. Es gibt in Loiborsiret und der gesamten Region Simanjiro keine Möglichkeiten zu einer beruflichen oder handwerklichen Ausbildung. Somit bleibt für viele Jungen weiterhin nur das Hüten der Ziegen und Kühe. Die Mädchen werden vom Vater weiterhin zwangsverheiratet.
Mit dem neuen Youth Vocational Training Center wollen wir diesen Kreislauf durchbrechen.
Im Sommer 2025 konnten wir den ersten Abschnitt der neuen Jugendausbildungsstätte eröffnen. Der Pfarrer der katholischen Mission Loiborsiret hat uns ein Grundstück zur Verfügung gestellt auf dem wir zwei Überseecontainer, die der Verein in Daressalam gekauft hat, aufstellen konnten. Sie wurden zu 4 Werkstätten umgebaut. Darin sollte mit Ausbildungskursen in Schweißen und Metallbau, in Motorradtechnik sowie in Schreinerei und Möbelbau gestartet werden. Ein Raum diente zunächst als Materiallager und als Unterbringung für den Nachtwächter.
Die Trägerschaft für das YVTC sollte einem noch zu gründenden gemeinnützigen Trägerverein übergeben werden.
Schon kurze Zeit später gab es erhebliche Probleme mit dem Leiter der Pfarrei, zu dessen Gebiet neben der katholischen Mission Loiborsiret über dreißig weitere Außenstellen zählen. Er beanspruchte das alleinige Sagen über die Entwicklung des YVTC und verlangte, dass sämtliche finanzielle Unterstützung ausschließlich über das von ihm verantwortete Konto der Pfarrei zu erfolgen habe.
Diese Entwicklung war am Anfang nicht abzusehen. Selbst die gewählten Vertreter der katholischen Mission wurden vom Pfarrer ausgeschlossen. Uns ist dabei klar geworden, dass es sich hier nicht um ein individuelles Problem handelte, sondern um ein Amtsverständnis von Priestertum, das für große Teile des afrikanischen Klerus gilt.
Der Verein steht in einer konstruktiven und partnerschaftlichen Beziehung zu den Vertretern der Massai, zum Bürgermeister und zum Ortsvorsteher des Dorfes und ebenfalls zu den gewählten kirchlichen Vertretern.
In einem schwierigen Entscheidungsprozess fiel der Entschluss, ein eigenes Grundstück zu erwerben und darauf die Ausbildungsstätte umzusiedeln und weiter zu entwickeln.
Dank der großartigen Unterstützung der Menschen und insbesondere der Verantwortlichen in Loiborsiret konnte dieser schwierige Prozess umgesetzt werden.
Drei kleine Gruppen haben Ende September mit einem Training in Motorradmechanik, in Schweißen und Metallbau sowie in Nähen und Schneidern beginnen können. Die Curricula der Trainings orientieren sich an den Vorgaben der tansanischen Handwerkskammer. Sie bestehen aus Modulen von drei Monaten, die einzeln belegt werden können und aufeinander aufbauen.
Ziel ist es, in einigen Jahren zweijährige Ausbildungen mit staatlichem Abschluss anzubieten.
In naher Zukunft möchten wir die Angebote für die Mädchen weiter ausbauen und ihnen Hilfen für eine eigene Erwerbstätigkeit und damit Unabhängigkeit geben.
Dafür suchen wir nach Unterstützung. Die Schule soll sich möglichst bald im laufenden Betrieb selber tragen, der Verein will bei dem Bau von erforderlichen weiteren Schulgebäuden finanziell und personell helfen.
Die Statuten für den Trägerverein werden im Moment von einer Notarin, die von der deutschen Botschaft genannt worden ist, überarbeitet. Bei einer ersten Mitgliederversammlung Anfang Dezember 2026 soll der Trägerverein gegründet werden. Neben 5 Vertretern der Ortsbevölkerung sollen auch zwei Mitglieder unseres Vereins dem Gremium angehören das dann die Verantwortung für das YVTC übernimmt.
Schon 2023 stand die Verbesserung der Lebensbedingungen im Mittelpunkt: Die Wasser- und Trinkwasserversorgung wurde deutlich ausgebaut, Toiletten und Duschen wurden saniert, Leitungen erneuert und weitere kleinere Gebäude auf dem Gelände errichtet. Auch das Gästehaus wurde renoviert und das Schulgelände mit vielen praktischen Arbeiten weiter verschönert und erhalten.
2022 konnte nach den Jahren der Pandemie endlich wieder eine Gruppe freiwilliger Helfer nach Tansania reisen. Gemeinsam mit örtlichen Handwerkern wurden Klassenräume renoviert, Solarleuchten installiert und die neue Halle fertiggestellt und feierlich eingeweiht. Auch eine Farm wurde weiterentwickelt, damit die Schule und die Internate sich langfristig besser selbst versorgen können. Mit dem neuen Traktor, dem Anbau von Mais, Bohnen, Gemüse und Obst und zusätzlichen Arbeitsplätzen für Menschen vor Ort wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenständigkeit möglich.
Während der Corona-Pandemie stellte das Projekt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Schule und Internate mussten zeitweise schließen, Bauarbeiten wurden unterbrochen und die Finanzierung des Schulbetriebs wurde schwieriger. Umso wichtiger war die Unterstützung der Lehrkräfte und der Ausbau von Schulstipendien. Mehr als 60 Kinder konnten auf diese Weise gefördert werden — ein starkes Zeichen dafür, dass Hilfe auch in schwierigen Zeiten trägt.